Restschuldversicherung bei Kreditbeantragung


Sind Restschuldversicherungen wirklich nötig?

Bei Arbeitsunfähigkeit, zum Beispiel bei einer langen Krankheit, fällt nach der Zeit der Lohnfortzahlung das monatliche Einkommen, da das Krankengeld niedriger als der übliche Lohn ausfällt. Hierdurch können manchmal die monatlichen Kreditraten gefährdet sein. Die meisten Banken bieten bei Kreditbeantragung eine Restschuldversicherung oder eine Ratenschutzpolice an. Was hat es damit auf sich und ist ein solcher Abschluss etwa sinnvoll?

Auf den ersten Blick erscheint eine solche Absicherung durchaus sinnvoll zu sein, allerdings ist sie es meistens nicht, wenn man auf von Banken angebotene Produkte zurückgreift.

Diese Policen sind, wenn sie zusammen mit einer Kreditaufnahme abgeschlossen werden, sehr teuer und beinhalten viele Ausschlussklauseln. Da die Prämie bereits zu Beginn der Kreditlaufzeit bezahlt werden muss rechnen die Banken diese und eine Vermittlungsprovision und um diese scheint es sehr oft zu gehen, zur Kreditsumme hinzu. Dadurch steigt nicht nur der Effektivzins, sie müssen auch noch über die gesamte Laufzeit Zinsen für die Versicherung bezahlen. Der Effektivzins kann sich durch einen solchen Abschluss durchaus gravierend erhöhen.

Die meisten Vorteile einer solchen Versicherung hat also die Kreditgebende Bank. Sie senkt damit das Risiko eines Kreditausfalles und erhält zusätzlich noch eine Provision, diese beläuft sich in den meisten Fällen bei ca. 30 Prozent der Versicherungsprämie.

Leider sind für den Kreditkunden die Leistungen sehr oft nicht transparent und zur Deckung des Ausfallrisikos meistens auch ungeeignet. Dies rührt daher, dass die Versicherer in die Verträge viele Kriterien eingearbeitet haben, die Leistungen ausschließen.

So wird meistens bei Eintritt von Arbeitslosigkeit erst nach einer Wartezeit zwischen drei und sechs Monaten geleistet und das auch nur für die begrenzte Zeit von einem Jahr. Bei langwierigen Erkrankungen ist man mit solch einer Police nicht auf der sicheren Seite.

Weitere schwerwiegende Ausschlüsse sind verschiedene Krankheitsbilder zum Beispiel Krebserkrankungen, Herz- und Kreislauferkrankungen, ebenso betroffen sind Erkrankungen der Wirbelsäule und der Gelenke, die Verdauungsorgane und fast alle chronischen Erkrankungen. Nicht vergessen auszuschließen hat man auch psychische Erkrankungen. Es bleiben also explizit nicht mehr viele Krankheitsbilder übrig, bei denen die Versicherung, die ja als Hilfeleister für derartige Fälle gedacht war, überhaupt noch einspringt.

Bei dieser Versicherungsart stehen also Preis und Leistung in einem krassen Missverhältnis.

Leider wird inzwischen von fast allen Banken versucht solch einen Zusatzvertrag bei der Kreditvergabe mit zu verkaufen. Hier geht es wie schon beschrieben um die Provision und die Risikominimierung des Kreditgebers. Sehr oft entsteht beim Kunden auch der Eindruck, dass eine Kreditgewährung nur mit dem Abschluss dieses Zusatzvertrages möglich sei. Dies ist nicht der Fall.

Der einzige Fall in dem eine Restschuldversicherung angeraten sein kann ist, bedingt durch die lange Laufzeit, die Baufinanzierung. Hier raten wir allerdings eher zum separaten Abschluss einer Risikolebensversicherung und einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Prämien können durchaus günstiger sein als bei der Restschuldversicherung, allerdings ist das Risiko der Arbeitslosigkeit nicht abgesichert.