Umlaufrendite – Entwicklung im Jahr 2012


Umlaufrendite – langfristige Entwicklung und Besonderheiten im Jahr 2012

Die Umlaufrendite spiegelt die Zinsentwicklung von festverzinslichen Wertpapieren erster Bonität wider (in erster Linie Staatsanleihen). Sie wird börsentäglich von der Deutschen Bundesbank ermittelt und ist ein Maß für die Stärke der Währung und der Volkswirtschaft. Je geringer das Anlegervertrauen in eine Volkswirtschaft und eine Währung desto höher die Umlaufrendite des jeweiligen Staates.

Umlaufrendite – Entwicklung seit 1974

umlaufrenditeDiagramm 1 zeigt die langfristige Entwicklung der Umlaufrendite seit 1974. Wir sehen am Anfang dieser Zeit hohe Schwankungen und eine Umlaufrendite von zum Teil über 10%. Dies ist eine Phase wirtschaftlich unruhiger Zeiten, Ölkrise und darauf folgend Krise der deutschen Automobilwirtschaft, die für die Deutsche Volkswirtschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle innehatte (und immer noch innehat). Die Folge dieser Krise waren Umstrukturierungen in der Industrie und Effizienzsteigerungen in der Produktion, die in den 80er Jahren zu einer hohen wirtschaftlichen Prosperität in der alten Bundesrepublik führte.

Diagramm 1: Entwicklung der Umlaufrendite seit 1974
Diagramm 1: Entwicklung der Umlaufrendite seit 1974

Mitte der 80 er Jahre sank die Umlaufrendite in Folge auf deutlich unter 6%. Mit dem Ende der DDR und der Wiedervereinigung und damit einhergehender großer finanzieller Belastungen des Staatshaushaltes stieg die Umlaufrendite Anfang der 90er Jahre nochmals auf deutlich über 8%. Anschließend rückte die Haushaltskonsolidierung in Zusammenhang mit der Euroeinführung in den Vordergrund und in Folge dessen fiel die Umlaufrendite seit dieser Zeit mit leichten Schwankungen kontinuierlich.

Im ersten Diagramm ist noch die physische Euroeinführung im Jahr 2002 mit einem Pfeil markiert und es ist sehr deutlich zu sehen, dass die Umlaufrendite in Deutschland auch danach nur einen globalen Trend unterliegt, nämlich nach unten. Aus Sicht der Zinsen (und Märkte) steht der Euro auf stabilerem Boden, als es die Deutsche Mark jemals war. Dies ist sicherlich auch der wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahren in Deutschland geschuldet. Man sieht auch, die Bankenkrise im Jahr 2007 führt auch nur kurz zu einer Erhöhung der Umlaufrendite, schafft es aber nicht, den langfristigen Trend zu brechen.

Diagramm 2: Entwicklung der Umlaufrendite von 2010 - 2012
Diagramm 2: Entwicklung der Umlaufrendite von 2010 – 2012

Umlaufrendite 2010 – 2012

Diagramm 2 gibt einen Überblick über die Entwicklung von 2010 – 2012. Das Jahr 2010 beginnt mit einer Umlaufrendite von knapp über 3 %, die im Laufe des Jahres auf unter 2% sinkt, durchbrochen von einem Anstieg bis 1./2. Quartal 2011, auf nochmals über 3%. Anschließend fällt die Umlaufrendite deutlich und pendelt sich ab August 2011 bis April 2012 in einem Band zwischen 1,5 und 2 % ein.

Die stärker aufflammende Eurokrise in Südeuropa führt dann dazu, dass sich die Anleger mit ihren Geldanlagen in den sicheren Hafen Deutschland aufmachen. Dies führt schließlich dazu, dass die Umsatzrendite Anfang Juni auf unter 1% und damit den historischen Tiefststand fällt. Das Minimum wurde am 1. Juni 2012 erreicht und lag bei 0,92%. Wie aus dem Diagramm 3 ersichtlich ist, bewegte sich die Umlaufrendite danach im Restjahr in einem Band von 1% bis 1,35 %, wobei am 23. Juli nochmals ein ähnlicher Tiefpunkt mit einem Wert von 0,94% erreicht wurde.

Diagramm 3: Entwicklung der Umlaufrendite im Jahr 2012
Diagramm 3: Entwicklung der Umlaufrendite im Jahr 2012

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Artikel: Entwicklung der Umlaufrendite seit 1974


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