Inflation in Deutschland – Hyperinflation 1923

Inflation – Hyperinflation im Deutschen Reich als Folge des 1. Weltkrieges

Heute haben die Menschen beim Thema Inflation immer noch ein komisches Gefühl. Geldstabilität ist den meisten Menschen in Deutschland wichtig. Auch die Geldpolitik der Deutschen Bundesbank zu Zeiten der Deutschen Mark und heute der Europäischen Zentralbank für den Euro genießt eine hohe Aufmerksamkeit. Doch woher kommt diese Urangst der Deutschen?

Hyperinflation – eine Folge des ersten Weltkrieges

5 Milliarden Mark (Quelle: wikipedia/commons)
5 Milliarden Mark (Quelle: wikipedia/commons)
Nun die deutsche Inflation in Folge des 1. Weltkrieges war eine der massivsten Geldentwertungen in der Geschichte Deutschlands und der großen Industrienationen. Sie hatte ihren Ursprung im Jahre 1914 mit dem Beginn des ersten Weltkrieges. Zum 4. August 1914 (Beginn des ersten Weltkrieges) hob die Regierung in Deutschland die bis dahin geltende Noteneinlösungspflicht der Reichsbank für Papiergeld auf. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Banknoten durch diese Einlösepflicht an das Metallgeld (Goldmark) gebunden.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Reichsbank außerdem die Pflicht, 1/3 der Reichsbanknoten durch Gold abzudecken (gesetzliche Dritteldeckung der Reichsbanknoten durch Gold). Dieser sogenannte Goldanker wurde ebenfalls aufgehoben. Durch diese Maßnahmen erst ergab sich für den Staat die Möglichkeit, die Kosten des Krieges durch sogenannte Kriegsanleihen zu decken; die Militarisierung, die Ausrüstung und die Versorgung der deutschen Armee kostete richtig viel Geld.

infla1Man dachte damals, wenn der Krieg erst gewonnen war, dann könnte man die Kosten des Krieges durch die Reparationen der dann unterlegenen Kriegsgegner gegenfinanzieren. Wir alle wissen, dass es am Ende anders kommen sollte. Je länger der Krieg dauerte, umso höher stiegen die Kosten und umso mehr fielen die Chancen des Deutschen Reiches, diesen Krieg zu gewinnen. Am Ende dann verlor das Deutsche Reich den Krieg und musste nun seinerseits Reparationen zahlen.

Am Ende des Krieges war die Mark schon nur noch die Hälfte dessen wert, was sie 1914 an Wert besessen hatte. Nun kamen aber noch Reparationen der Kriegsgegner hinzu, die oft durch das Anwerfen der Notenpresse bezahlt wurden. Die Reparationen an andere Staaten wurden durch Fremdwährungen oder Goldmark bezahlt, aber im Inneren besorgte sich der Staat dieses Geld eben durch die unkontrollierte Vermehrung des eigenen Geldes. Weil kriegsbedingt auch weniger Waren im Umlauf waren, wurde die Preisspirale zusätzlich angeheizt.

So verlor die Mark weiter an Wert, im Januar 1920 hatte die Mark gegenüber dem Dollar 90% an Wert verloren und damit nur noch ein Zehntel des Wertes von 1914. Die Pflicht Reparationen zu zahlen ging aber weiter und die Geldvermehrung hielt weiter an, im Oktober 1921 war die Mark nur noch ein Hundertstel und im Oktober 1922 nur noch ein Tausendstel dessen Wert, was sie im August 1914 wert gewesen war.

infla2-200Immer schneller verlor die Mark an Wert, bis schließlich im November 1923 der Wert des Dollars bei 4,2 Billionen Mark lag. Am 15. November 1923 wurde ein Schnitt gemacht, die Rentenmark eingeführt, der Umtauschkurs: 1 Billion Mark = 1 Rentenmark, die neue Währung war nicht konvertibel gegen ausländische Währungen, hatte jedoch einen Wert von 4,20 Rentenmark/US $, also den Wert der alten Reichsmark von 1914. Durch verschiedene Maßnahmen (die hier nicht vertiefend diskutiert und dargestellt werden) gelang es, die neue Währung stabil zu halten.

Die Folge der Inflation war, dass die abhängig Beschäftigten und diejenigen, die nur Geldvermögen besessen hatten, die Lasten des Krieges geschultert hatten. Grundbesitz und Aktien behielten ihren Wert, sogenannte mündelsichere Anlagen wurden im Rahmen der Inflation entwertet. Erst im Jahr 1928 waren die Reallöhne im Durchschnitt wieder auf dem Niveau von 1913.

Darstellung der Geldentwertung

hyperinfla-1-800

Hyperinfla-2-800

hyperinfla-1.1-800

Hyperinfla-2.1-800

Hyperinflation am Beispiel des Briefportos

Diagramm: Hyperinflation am Beispiel des Briefportos von 1914 - 1923
Diagramm: Hyperinflation am Beispiel des Briefportos von 1914 – 1923

Kredit beantragen


zum Kreditlexikon
zu Kreditnews
zum Kreditantrag