Dispositionskredit – 150 Banken senken den Zins


Dispositionskredit in Deutschland immer noch viel zu hoch

Im Oktober haben wir in einem Artikel (Dispositionskredit – Banken trauen sich nicht, den Zinssatz offenzulegen) darüber berichtet, was eine Untersuchung der Stiftung Warentest zum Thema an Ergebnissen brachte: Der Zinssatz im Dispositionskredit liegt bei deutschen Banken doppelt so hoch, wie beispielsweise in Österreich. Die Banken können sich das Geld zu ca. 0,75 % leihen und geben es beim Dispositionskredit oft zu Zinssätzen deutlich über 12,5 % weiter.

In einer neuen Untersuchung hat die Stiftung Warentest nochmals die Angebote der Banken überprüft. Das Ergebnis war niederschmetternd. Zwar haben mindestens 150 Banken in den letzten Wochen ihren Zinssatz für den Dispokredit gesenkt. Die festgestellten Zinssenkungen lagen aber im Schnitt unter 1%, wodurch das Niveau des Dispositionszinses immer noch jenseits von gut und böse ist. Im Durchschnitt verlangen die Banken immer noch 11,76 % von ihren Kunden. Und das bei einem Zinssatz von ca. 0,75 % für das Leihen von Geld durch die Bank.

Außerdem hielten 200 Banken an ihren hohen Zinssätzen fest. Damit hat sich für die Kunden nichts wesentliches in der Kostenstruktur der Banken geändert.

Vergleich zu anderen Ländern

Um noch einmal den internationalen Vergleich herzustellen zitieren wir hier nochmals aus unserem Artikel von Oktober 2012:

Interessant in diesem Zusammenhang ist eine Erhebung des Bundesfinanzministeriums, die im Februar diesen Jahres durch die Presse ging. Auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Carsten Sieling (SPD) wurden die Zahlen im Vergleich genannt:

Durchschnittlicher Dispositionszins (Februar 2012)

  • Deutschland:….10,24 %
  • Österreich:………5,52 %
  • Niederlande:……6,69 %
  • Finnland:…………7,14 %
  • Italien:…………….7,57 %
  • Griechenland:.. 10,96 %
  • Irland:……………12,85 %
  • Portugal:………..13,24 %

Interessant daran ist vor allem der Vergleich mit Österreich, dort ist das Bankenwesen dem Deutschen sehr ähnlich, die Bevölkerungsstruktur und Wirtschaft auch. Um den Risikoausgleich im Bereich Dispositionskredit über die Zinsen abzufedern, reicht den Österreichern ein Zinsspread von ca. 4,5 -5 %, während die deutschen Banken zur gleichen Leistung etwa das doppelte, nämlich ca. 10 %, benötigen.

So ist es kein Wunder, wenn etwa Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zwar von einem ersten Schritt spricht, aber gleich hinzufügt: „aber die Bankenbranche darf hier nicht stehen bleiben“.

Wir bleiben bei unserem Fazit vom Oktober:

Wer seinen Dispositionsrahmen dauerhaft und nicht nur sehr kurzfristig ausschöpft und dafür über 8-9% bezahlt, der sollte die Bank wechseln. Ausserdem sollte bei einer dauerhaften Inanspruchnahme der Kredit in einen zinsgünstigeren Ratenkredit umgewandelt werden.


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Mehr Informationen finden Sie hier:

Artikel: Dispokredit durch einen Schweizer Kredit ablösen


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