Bausparen – Kurze Geschichte des Bausparens


Jeder kennt es, das Bausparen. Viele haben einen Bausparvertrag und lange Zeit war der Bausparvertrag die bevorzugte Art der vom Staat unterstützten vermögenswirksamen Leistungen. So haben viele Millionen Deutsche natürlich einen Bausparvertrag besessen oder besitzen ihn heute noch. Doch woher kommt eigentlich das Bausparen und wie sieht der Markt in Deutschland aus, welche Bausparkassen gibt es?

Geschichte des Bausparens

Die Geschichte des Bausparens ist in Europa mittlerweile über 235 Jahre alt und beginnt in England. Im Jahr 1775 gründeten einige wenige Arbeiter in einem Wirtshaus in Birmingham die „Kettley’s Building Society“. Ziel war es, durch monatliche Sparleistungen der Mitglieder dieser ersten Bauspargesellschaft einen Kapitalfonds anzusammeln, aus dem sich die Sparer dann über Darlehen den Bau von Wohnungen finanzieren konnten.

Diese Grundidee war erfolgreich und wurde über die Grenzen Englands bekannt. Im Jahr 1885 führte die Idee schließlich auch erfolgreich in Deutschland zur Gründung der ersten deutschen Bausparkasse. Ein Pastor namens Bodelschwingh nutzte die Idee und gründete nun in Bielefeld die erste deutsche „Bausparkasse für Jedermann“. Es dauerte dann aber bis 1921, bis die Idee in Deutschland richtig an Dynamik gewann. Im Jahr 1921 wurde durch den Schriftsteller Georg Kropp eine entsprechende Abteilung des Eigenheimvereins „Gemeinschaft der Freunde“ in Wüstenrot bei Heilbronn gegründet. In der Folge entstanden zwischen 1924 und 1934 ca. 400 Bausparkassen, aus denen durch Zusammenschlüsse schliesslich die heute noch existierenden 23 Bausparkassen übrig geblieben sind. Diese 23 Bausparkassen setzen sich aus 13 privaten Bausparkassen und 10 Landesbausparkassen zusammen.

Auch im restlichen Europa wurde das Modell Bausparkasse ein Erfolgsmodell, wenngleich es hier meist erst später zu einer Markteinführung kam, wie aus der unten aufgeführten Tabelle ersichtlich ist.

Im Jahr 1990 kam das Bausparen auch erfolgreich in die neuen Bundesländer.

Geschichte des Bausparens


  • 1775 – Gründung von „Kettley’s Building Society“ in Birmingham, Großbritannien
  • 1885 – Gründung der „Bausparkasse für Jedermann“ durch Pastor von Bodelschwingh in Bielefeld, Deutschland
  • 1921-1929 – Gründung der meisten deutschen Bausparkassen
  • ab 1948 – Wiederaufnahme des Bauspargeschäfts in der Bundesrepublik Deutschland
  • 1990 – Einführung des Bausparens in den neuen Bundesländern

Geschichte des Bausparens in Europa (Jeweils Gründungsjahr der ersten Bausparkasse in dem entsprechenden Land)


  • 1925 – Österreich
  • 1928 – Frankreich
  • 1928 – Tschechoslowakei
  • 1930 – Schweiz
  • 1927-1930 – Polen: Gründung von etwa 20 Bausparkassen
  • 1931 – Bulgarien
  • vor 1939 – Dänemark, Norwegen, Schweden, Belgien, Niederlande
  • 1992 – Slowakei: (Wieder-) Einführung des Bausparens
  • 1993 – Tschechien: (Wieder-) Einführung des Bausparens
  • 1997 – Ungarn
  • 1998 – Kroatien
  • 2004 – Rumänen

Bausparen – Aktuelle Situation in Deutschland

Nach Angaben des Europabüros der Deutschen Bausparkassen in Brüssel (März 2012) existieren in Deutschland aktuell 23 Bausparkassen. Diese teilen sich auf in 10 Landesbausparkassen und 13 private Bausparkassen. Wie der Name schon impliziert, arbeiten die Landesbausparkassen in ihren regionalen Teilmärkten. Die privaten Bausparkassen arbeiten im Gegensatz dazu bundesweit.

Die Landesbausparkassen operieren als Abteilungen der öffentlich-rechtlichen Landesbanken, sind öffentlich-rechtliche Anstalten mit eigener Rechtspersönlichkeit oder auch Aktiengesellschaften. Im Gegensatz dazu sind die privaten Bausparkassen alle Aktiengesellschaften. Als interessantes Geschäftsfeld im Bereich der Vermögensanlage und des Immobilienerwerbs haben natürlich auch große Privatbanken und Versicherungen die Bedeutung des Bausparens für den Finanzdienstleistungsmarkt erkannt. Die führte zu Beteiligungen an bestehenden Bausparkassen oder auch zur Gründung eigener Bausparkassen. Die Aufteilung des Bausparkassenmarkts in Deutschland sieht grob wie folgt aus:

  • private Bausparkassen – zwei Drittel
  • Landesbausparkassen – ein Drittel

Bausparen – Deutsche Bausparkassen

Private Bausparkassen

Die im Verband der 13 privaten Bausparkassen zusammengeschlossenen Bausparkassen werden in der Rechtsform von Aktiengesellschaften betrieben und befinden sich überwiegend im Eigentum oder Einflussbereich von Versicherungsgesellschaften oder Banken. Die größte private Bausparkasse, die Bausparkasse Schwäbisch Hall, ist eng mit dem Genossenschaftssektor verbunden und verfügt mit den Volks- und Raiffeisenbanken über einen bedeutenden Unterbau für ihre akquisitorische und beratende Tätigkeit.



Landesbausparkassen

Landesbausparkassen, im Allgemeinen als LBS bezeichnet, besteht aus Instituten, die überwiegend in der Trägerschaft eines oder mehrerer Bundesländer und/oder der jeweiligen Sparkassenorganisation stehen. Die Landesbausparkassen sind Mitglieder im Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGB) und werden von dort durch die Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen betreut.

Drei Landesbausparkassen sind unselbständige Abteilungen oder Geschäftsbereiche einer Landesbank oder Sparkasse. Sie gelten dennoch, gemäß dem Bausparkassengesetz, als selbständige Bausparkassen. Vier Landesbausparkassen sind rechtsfähige Anstalten des öffentlichen Rechtes. Drei Landesbausparkassen firmieren als Aktiengesellschaft, gehören aber aufgrund ihres öffentlichen Auftrags und ihres regional begrenzten Tätigkeitsgebietes zur Gruppe der öffentlichen Bausparkassen.



Weiterführende links

Einführung in die Bausparfinanzierung vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
http://de.wikipedia.org/wiki/Bausparvertrag
Offizielle Website des Verband der Privaten Bausparkassen e.V.
http://www.focus.de/immobilien/finanzieren/bausparvergleich_aid_51404.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Landesbausparkasse
http://de.wikipedia.org/wiki/Private_Bausparkasse


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