Abrufkredit als flexible Lösung


Abrufkredit versus Dispositionskredit

Es kommt ja oft vor, man benötigt dringend Liquidität, um die teure Autoreparatur zu bezahlen, die Wohnung zu renovieren oder das teure Sofa mit 30 oder gar 50% Preisnachlass zu erwerben. Die meisten nutzen jetzt den teuren Dispokredit, bei dem die Banken so richtig hinlangen, was die Zinsen angeht. Zinssätze von deutlich über 10% (bis zu 15%) sind eher die Regel als die Ausnahme. Hier bietet sich für eine kurzfristige Lösung der Abrufkredit an.

Beim Abrufkredit bietet die Bank, ähnlich wie beim Dispositionskredit, einen flexiblen Kreditrahmen an, nur zumeist deutlich günstiger und unabhängig vom Girokonto. Als Kreditnehmer kann man deshalb den Abrufkredit bei einer Bank eigener Wahl beantragen, allerdings bieten nicht alle Banken diesen Kredit an. Beim Abrufkredit stellt die Bank einen individuell vereinbarten Kreditrahmen (nach Bonitätsprüfung) zur Verfügung. Der Kreditnehmer kann nun im Einzelfall im Rahmen der vereinbarten Kreditsumme den Kredit in Anspruch nehmen und zahlt nur für den tatsächlich beanspruchten Betrag die Zinsen. In der Regel legen die Banken eine kleine monatliche Rate zu Beginn fest.

Ein Abrufkredit ist vor allem in den Fällen sinnvoll, in denen die Gesamtsumme für die der Kreditrahmen vereinbart wird noch nicht genau feststeht. Im anderen Fall lässt sich auch ein Ratenkredit einsetzen und vereinbaren. Allerdings ist ein Ratenkredit ein sehr starres Instrument und bietet nicht die Flexibilität eines Abrufkredites.

Die Flexibilität des Abrufkredites ist ein unschätzbarer Vorteil; so kann er jederzeit abgelöst werden, als auch von Neuem wieder beansprucht werden. Mit einer negativen Schufa erhält der Kreditantragsteller allerdings auch keinen Abrufkredit, dann muss er bei entsprechender Bonität auf den schufafreien Schweizer Kredit zurückgreifen.

Wie sind die Zinsen bei einem Abrufkredit?

Für einen Abrufkredit sind die Höhe der Zinsen deutlich niedriger, als bei einem Dispositionskredit. Deshalb lohnt sich ein Abrufkredit auch zum Ausgleich eines Dauernegativsaldos bei einem Dispositionskredit.

Die Stiftung Warentest hat im Juli 2011 verschiedene Abrufkredite verglichen und die Konditionen gegenübergestellt, im Wesentlichen dürften die Ergebnisse noch Gültigkeit haben. Die Zinssätze lagen bei einem Großteil der Anbieter in einem Bereich von 6 – 9% effektivem Jahreszins, das ist deutlich weniger, als viele Banken bei den Dispositionskrediten von ihren Kunden verlangen. Details finden sich bei der Stiftung Warentest.

Der Rat von Stiftung Warentest:

Kunden. Abrufkredite sind eine günstige und übersichtliche Alternative zum Dispokredit. Die Zinsen sind niedriger und das Minus ist besser überschaubar. Außerdem sind Abrufkredite flexibler als Ratenkredite, in denen die Raten festgelegt sind. Die Kunden dürfen Sondertilgungen in beliebiger Höhe zahlen und können den Abrufkredit jederzeit wieder neu in Anspruch nehmen.
Empfehlungen. Das beste bundesweite Angebot macht mit 6,55 Prozent pro Jahr die Allgemeine Beamtenkasse, sie vergibt den Kredit aber nur an Angestellte. Freiberufler finden das günstigste überregionale Angebot bei der ING-Diba. Sie nimmt 6,74 Prozent im Jahr. Das ebenfalls günstige Angebot der PSD Bank Hannover steht grundsätzlich nur Kunden aus dem Geschäftsgebiet offen.

Quelle: Stiftung Warentest

Wenn man nun einen Dispositionskredit durch einen Abrufkredit ersetzt, dann kann man also ca. 3 – 5% an Zinsen sparen, diese sollte man dann in eine generelle Kredittilgung stecken. Auf diese Weise wird dann das eigene Kreditengagement reduziert, was einem in Zukunft natürlich auch wieder finanzielle Spielräume eröffnet.

Fazit:

Wann immer möglich sollte man einen teuren Dispositionskredit durch einen Abrufkredit ersetzen, dies geht insbesondere dann sehr gut, wenn die Schufa und Bonität stimmen. Den ersparten Zins sollte man zur zusätzlichen Tilgung einsetzen, um den eigenen finanziellen Spielraum wieder zu erweitern.


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