Auskunfteien in Deutschland: Creditreform


Die Creditreform – Historie

Was die Schufa für Privatleute ist Creditreform für Gewerbetreibende und Firmen. Allerdings verbirgt sich hinter Creditreform nicht nur eine Auskunftei, sondern auch eine Firma für Forderungsmanagement und Inkasso.

Lange vor der Schufa gründeten in Mainz 1879 einige Kaufleute und kleine Gewerbetreibende einen „Verein Barzahlung Mainz“, um sich vor Kunden zu schützen, die bereits einem Vereinsmitglied etwas schuldig geblieben waren. Ein halbes Jahr später wurde der Verein in „Verein Creditreform zum Schutze gegen schädliches Creditgeben“ umbenannt. Als Vereinszweck wurde der Einzug von Forderungen, und die Auskunfteiarbeit festgelegt. Diese funktionierte durch den Datenaustausch mit anderen Kreditvereinen. In kürze enstanden so 15 externe Vereine mit derselben Zielsetzung, die sich ab 1883 unter einem Dachverband der Vereine Creditreform zusammenschlossen. Diese Struktur ist im Prinzip bis heute unverändert geglieben. Im Laufe der Zeit kamen neben Vereinen weitere juristische Personen unter den Mantel des Dachverbandes. Bis heute ist der Verband damit auf 130 Mitglieder angewachsen.

Seit Ende der zwanziger Jahre umfassten die Auskünfte verschiedene Zahlen des zu prüfenden Unternehmens, wie Umsätze, Bilanzen, Beschäftigtenanzahl oder Kapitaldecke. Denn immer noch beschränkte sich die Auskunft auf Selbständige, Firmen und Freiberufler. Nach dem II. Weltkrieg zog man vom stark kriegsbeschädigten Leipzig nach Neuss um. Anfang der 70er Jahre erweiterte die Creditreform ihre Aufgabenfelder um die Prüfung von Kreditrisiken. Damit wurden die bisher regional erfassten Daten in eine zentrale Datei übermittelt und dort einheitlich erfasst. Erst seit 1990 werden von der Creditreform auch Privatpersonen in Ihrer Bonität bewertet.

Seit 2002 firmiert der Dachverband als Aktiengesellschaft, deren Mehrheitseigner die regionalen Creditreform Gesellschaften sind.

Aufgabengebiete der Creditreform

Bonitätsprüfungen unterscheiden sich sehr stark in Abhängigkeit von der Zielgruppe. Creditreform bietet sowohl Lösungen zu Bonitätsprüfungen für Privatpersonen als auch für Firmeninformationen an. Aus der umpfangreichen Datenbank bezieht Creditreform die entsprechenden Informationen und stellt sie ihren Mitgliedern zur Verfügung. Im Firmengeschäft wird auch die Umgebung der zu prüfenden Firma minutiös ausgeleuchtet und in einem Rating erfasst. Hier werden sowohl öffentliche, als auch spezifisch recherchierte Daten gesammelt und ausgewertet. Diese Datenbank der Creditreform gilt als die größte für deutsche Firmen weltweit.

Seit 2004 bietet Creditreform auch einen online-Zugriff auf ihre Datenbank. So kann man, wenn man die Zugangsberechtigung erworben hat, online vielfältige Firmendaten von allem im Handelsregister eingetragenen Unternehmen recherchieren. Dies gilt europaweit und umfasst mittlerweile auch Bonitätsprüfungen europäischer Firmen.

Doppelfunktion von Creditreform

Durch die Doppelrolle als Auskunftei und gleichzeitig operativ tätigem Inkassobüro kommt es immer wieder zu Kritik an der Creditreform. Es taucht da sehr oft die Behauptung auf, dass durch die Tätigkeit als Auskunftei und Inkassofirma Kunden eingeschüchtert würden. Zahlreiche Studien belegen auch, dass oft fehlerhafte Datenbestände vorhanden sind. Leider werden bei einer Eigenauskunft den Anfragenden die Scoringwerte oft nicht mitgeteilt.

Fazit

Auskunfteien, wie die Creditreform, sind im Wirtschaftsleben überlebensnotwendig, da sich ergebende Risiken bei Geschäftsbeziehungen (Kredite, Warenlieferungen, Dienstleistungen) einschätzbar und damit beherrschbar werden. Allerdings wäre eine stärkere Öffnung nach aussen und eine weitgehende Tranparenz wünschenswert.


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