Die Bonitätsprüfung II

Welche Bonitätskriterien werden angewandt?

Prinziell bleibt es jedem Kreditgeber selbst überlassen, welche Anforderungen er an die Bonität seiner Kreditsuchenden stellt. Selbstverständlich sollten sich diese nach der Art des Kredites und den Erfordernissen des zukünftigen Schuldners richten.

In Deutschland wird zwar im § 18 KWG von den kreditgebenden Instituten gefordert, dass sie sich umgehend über die finanziellen Verhältnisse der Kreditnehmer in Kenntnis setzen, welche genauen Kriterien zur Kreditvergabe führen ist allerdings nicht vorgeschrieben. Sehr unterschiedlichen können die Vergabekriterien bei natürlichen und juristischen Personen sein. Beim normalen Ratenkredit ist in der Regel eine Schufaauskunft und die Prüfung der persönlichen, finanziellen Verhältnisse ausreichend. Bei juristischen Personen wird weit mehr benötigt.

Innerhalb der Bonitätsprüfung wird von harten und weichen Negativmerkmalen gesprochen, wobei Negativmerkmale generell auf eine schlechte Bonität des Kreditsuchenden hinweisen. Als weiche Negativmerkmale werden kleinere Versäumnisse der Schuldner bezeichnet, wie zum Beispiel Verzüge bei der Ratenzahlung.

Die harten Negativmerkmale sind faktische Beweise des Zahlungsunwillens oder einer Zahliungsunfähigkeit. Dazu zählen besonders ein Insolvenzverfahren, die Abgabe einer eidestattlichen Versicherung oder gegen ihn vorliegende Pfändungen.

Neben diesen Merkmalen gibt es noch den im Fachjargon genannten „negativ erledigt Eintrag“. Hier wurde irgedwann eine Zahlung zum Beispiel erst nach Titulierung geleistet und steht deshalb noch einige Zeit in den Registern. Mit einer solchen Auskunft ist es dann auch sehr schwer, Vertrauen für ein neues Rechtsgeschäft aufzubauen.

Die Öffentlichkeit weiß über die angewandten Bonitätskriterien so gut wie nicht Bescheid. Besonders die Schufa macht ein großes Geheimnis um die Kriterien und die genaue Berechnung des von ihr verwandten Scoring-Verfahrens.

Wer wegen kleineren Negativmerkmalen keinen inländischen Kredit bekommt, dem bleibt unter Umständen noch die Möglichkeit, einen schufafreien Kredit zu beantragen. Hier ist aber immer zu hinterfragen, benötigt man den Kredit wirklich (z.B. um die Schufa zu bereinigen oder den teuren Dispositionskredit abzulösen) oder sollte man ganz auf einen zusätzlichen Kredit verzichten. Eine negatives Ergebnis bei der Bonitätsprüfung ist ja oft ein Zeichen dafür, dass man den Kredit nur sehr schwer oder gar nicht zurückbezahlen können wird.

Fazit

Um einen Kredit zu bekommen, ist eine Bonitätsprüfung zwingend erforderlich. Bei Privatpersonen wird dabei in der Regel eine Schufa-Auskunft herangezogen, sowie das aktuelle Einkommen und damit die finanzielle Leistungsfähigkeit geprüft.


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