Macht Geld glücklich?


Die Magie des Geldes

„Macht Geld glücklich?“ wird oft gefragt und die stereotype Anwort gleich hinterhergeliefert: Nein, aber es beruhigt. Das mag durchaus richtig sein, aber Geld kann auch zur Droge werden. Und wie in Dealerkreisen üblich bekommt es dann auch vielerlei Synonyme. Zaster, Moos, Pinke, Knete, Kohle, Kies, Marie, Kröten sind nur einige umgangssprachliche Begriffe für das liebe Geld. Es handelt sich hier also um eine legale Droge der fast alle nachjagen, sei es als Lohn, Gehalt oder Provision, als Diäten oder Gage. Gesicherte Erkenntnis ist, dass der Besitz von Geld das Leben erheblich leichter gestaltet.

Diese Erfahrung gibt es seit ca. 600 vor Christus, als im antiken Griechenland die ersten Münzen geprägt wurden. Vor dieser Zeit blühte der Tauschhandel, eine junge Sklavin konnte man zum Beispiel für 20 Stück Vieh erhalten. Und im lateinischen Wort für Geld, pecunia, steckt das Wort pecus, Vieh. Das Zitat “ pecunia non olet“ hören wir noch ab und zu, es stimmt auch heute noch, Geld stinkt nicht. Zumindest wird es oft so suggeriert, bei manchen Geschäfte könnte man allerdings schon die Nase rümpfen.

Es ist alles eine Frage des Preises, auch dieses geflügelte Wort läßt sich belegen.

Denken wir einfach mal 100 Jahre zurück an die Katastrophe der Titanic. Von den Reisenden der ersten und damit teuersten Kabinenklasse überlebten zwei Drittel, aus der zweiten 50 Prozent und aus der dritten Klasse ein Viertel. Alles nur Zufall ????

Eine magische Anziehungskraft vereinen heute auch die Paläste des Geldes, die Casinos und die Börsen, bei beiden geht es um das schnelle Geld.

Viele Jahre ging es nur bergauf und der letzte Chrash war ja auch lange her. Es wurde immer weiter gekauft, irgendwann steigen die Kurse und es wird Gewinn gemacht . Irgendwann kommt meine Zahl schon, also immer weiter Chips geordert. Irgendwann kommt dann allerdings der „Point of no return“, denn die Gewinne müssen immer höher werden. Kommt zwischendurch ein Gewinn, verdrängt die Gier nach mehr sofort die Vernunft. „Schnell“ ist das Zauberwort unserer Zeit. Durch Internet und Onlinebanking können alle Arten von Geldgeschäften in Windeseile getätigt werden.

Spätestens seit dem Börsengang der Telekom wurde auch Deutschland vom Sparbuchland zum Kleinaktionärsland. Immer in der Hoffnung auf steigende Werte und Dividenden. Money bis zum Abwinken, der Chrash der neuen Märkte hat dann schon mal kräftig nach unten gewunken, aber was solls, es muß weitergehen, denn die Sucht nach Geld ist ungebrochen.

Der Spieleinsatz beim Mittwochslotto betrug gestern über 20 Millionen. In manchen Industriegebieten entstehen mehr Spielsalons als Gewerbebetriebe. Dies scheint mit einer Verschuldung der Privathaushalte in ungeahnter Höhe einherzugehen. Die Zahl der Privatinsolvenzen ist ungebrochen steigend. Klar es muß ja immer neues Spielgeld rangeschafft werden und sei es auf Pump. Aber auch das ist ja nichts Neues, ein Großteil der Börsengeschäfte wird auf Kredit abgewickelt, warum also sollte man von privaten Zocker ein vernünftigeres Verhalten erwarten. Die Angebote sind so groß und vielfältig, gerade wurde auch in Deutschland die neue Eurolotterie ins Leben gerufen, vom staatlichen Lottoblock wohlgemerkt.

Das Glück den großen Gewinns wird allerdings nur wenigen zuteil. Die meisten müssen sich mit kleinen Geldgewinnen begnügen. Aber vielleicht ist der Besitz von hohen Geldsummen gar nicht das große Glück, sondern die vielen kleinen, wertvollen Augenblicke des Alltags???


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