Eine kurze Geschichte des Geldes


Money, Money, Money – Eine chronologische Zeitreise

Unsere kleine Zeitreise in die Historie des Geldes startet mit dem Beginn der Kreuzüge. (Die alten römischen, griechischen und persischen Währungen lassen wir hier aussen vor, wollen aber natürlich darauf hinweisen, dass es damals schon Währungen gab.) Im Zeitalter der Kreuzzüge wurde das bisherige, zum großen Teil auf Tauschhandel basierende System kräftig durcheinander gerüttelt.


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In den oberitalienischen Zentren blühte der Handel durch die Finanzierung der Kreuzzüge auf und es entstanden Geld- und Kreditgeschäfte. Die Kaufleute der damaligen Zeit wickelten ihre Kredit– und Wechselgeschäfte auf Holzbänken und Tischen ab. Daher rührt der Name „Bank„.

Geld, Handel, Krieg und Kredit waren von Beginn an eng miteinander verflochten. Die großen Hafenstädte im Mittelmeerraum begannen im 12. Jahrhundert mit dem Überseehandel, besonders mit dem nahen Osten. Hier wurde erstmalig das Kreditrisiko zwischen den Kaufleuten und den Geldgebern geteilt. Die erste Institution, in der man einen Vorläufer einer Bank sehen könnte, war der in Venedig gegründete Monte Vecchio, in der sich reiche Bürger versammelten und Anleihen der Stadt zur Verfügung stellten.

Um das Jahr 1200 wurde das System der römischen Ziffern auf die arabischen Zahlen umgestellt und mit den jetzt auf dem Zehnersystem basierenden Zahlen eine deutliche Erleichterung für das Kapitalwesen geschaffen.

Marco Polo in China
Marco Polo in China (Quelle: Wikipedia/Commons)
Den ersten Bericht über den Gebrauch von Papiergeld brachte Marco Polo nach seiner Rückkehr von China mit. Dort waren die Geldsysteme fortschrittlicher, als im Europa des Mittelalters.

Auch in der Politik gibt es deutliche Parallelen zur heutigen Zeit. So wurde im Jahr 1292 die erste Königswahl über Kredite finanziert, diese gewann Adolf von Nassau.

Anfang des 14. Jahrhunderts expandieren die Geschäfte mit Geld und Krediten immer mehr, in Florenz entstehen die ersten Banken. Diese Ausweitung der Geldgeschäfte und der schon damals damit verbundenen ungesunden Aufblähung des Geldmarktes folgte der erste Bankencrash; mit dem Ruin des englischen Königs 1346 brachen bereits die ersten Banken zusammen.

Die erste Bank auf deutschem Boden war eine Wechselbank der Stadt Frankfurt, gegründet im Jahre 1402. Kurz danach entstand auch die erste Börse im damals wirtschaftlich starken Brügge.

Mitte des 15. Jahrhunderts erlebten die Menschen die erste Inflation durch eine dramatische Verschlechterung des Münzwertes; der Edelmetallgehalt wurde von der Obrigkeit zur Finanzierung ihrer Eskapaden reduziert. Die solcherart minderwertig geprägten Münzen hießen im Volksmund dann eben auch Schinderlinge, schon damals musste das Volk für die Probleme der „Hohen Politik“ den Rücken hinhalten.

Die Bezeichnung „Bank“ taucht in den Augsburger Annalen erstmals 1487 für das Geschäft der Familie Fugger auf. Ende des 15. Jahrhunderts wird die doppelte Buchhaltung praktiziert und erleichtert den Geld- und Warenverkehr.

Aus den Silberfunden im Erzgebirge werden die daraus geprägten Münzen Taler genannt, daraus resultieren verschiedene Währungsnamen, heute noch der Dollar.

1543 fällt endlich das Zinsverbot für Christen, niederländische Kaufleute erhalten von Kaiser Karl V. die Erlaubnis Geld gegen Zinsen zu verleihen. Mitte des 16. Jahrhunderts sind alle europäischen Staaten finanziell so schlecht gestellt, dass alle langfristige Anleihen ausgeben müssen.

Die erste Bank eines Staates gründet 1605 der Vatikan mit der Banco di Santo Spirito.

Wieder eine Inflation bringt der 30jährige Krieg in ganz Europa, wieder werden die Münzen verschlechtert.

Das erste Papiergeld Europas führt Schweden im Jahre 1661 ein, allerdings nicht aus Modernitätsgründen, sondern weil Silberknappheit herrschte. Frankreich folgt Anfang des 18. Jahrhunderts.

Speziestaler, Königreich Sachsen, 1831 Quelle: wikipedia/commons
Speziestaler, Königreich Sachsen, 1831 Quelle: wikipedia/commons
Die erste Notenbank gründet Friedrich der Große in Deutschland 1765. Sehr spät, nämlich erst 1800 bekommt Frankreich seine erste Nationalbank. Nach dem Wiener Kongress, wird Deutschland zersplittert in 39 Staaten und Städte, jede mit eigener Währung und eigenen Münzen. Dieses führt naturgemäß zu großen Problemen: unterschiedliche Währungsparitäten, Umtauschverluste als Handelshemmnisse und dergleichen mehr führten dann dazu, dass 1838 als einheitliches Zahlungsmittel für Norddeutschland der Taler und für Süddeutschland der Gulden eingeführt wird.

Die ersten deutschen Kreditgenossenschaften schließlich werden Mitte des 19. Jahrhunderts von Raiffeisen und Schulze-Delitsch gegründet. Diese Institute haben in Form der Volks- und Raiffeisenbanken bis heute überlebt.

Die Mark als Währung wird einheitlich für ganz Deutschland 1871 nach Gründung des Deutschen Reichs eingeführt. Dazu wird 1875 die Reichsbank gegründet, die Vorläuferin unserer heutigen Bundesbank. Deren Banknoten werden 1909 gesetzliches Zahlungsmittel.

5 Milliarden Mark (Quelle: wikipedia/commons)
Die nach dem ersten Weltkrieg beginnende Inflation weitet sich Anfang der zwanziger Jahre aus und erreicht einen Höhepunkt 1929 mit dem großen Crash des internationalen Währungssystems. Die Scheine und Briefmarken mit den vielen Nullen kennen bei uns die meisten, 50 Milliarden für einen Laib Brot, das war dann auch das Ende der Währung, es wird eine neue Währung eingeführt. Interessant am Rande: Wer damals Goldmark hatte, es gab ein Stück zu 20 Goldmark, der hatte einen echten Gegenwert in Form von Edelmetallen, dessen Einkaufswert zu heute in etwa gleich geblieben ist (betrachtet man das zum Beispiel am Einkauf eines Herrenanzuges).

Nach dem zweiten Weltkrieg und der damit verbundenen Geldentwertung erwartet die Deutschen wieder eine Währungsreform. Die Deutsche Mark ersetzt die alte Währung und wird zum Synonym des deutschen Wirtschaftswunders.

Im Jahr 1968 wird der Eurocheque als europäisches Zahlungsmittel eingeführt und erreicht eine große Verbreitung als bargeldloses Zahlungsmittel mit garantierter Auszahlungssumme.

Im Jahr 2002 schließlich wird der Euro als europäische Währung eingeführt; mit ihm besitzt ein großer Teil Europas eine gemeinsame Währung. Während der Euro heute von vielen als Teuro empfunden wird und durch so manchen Staat mit der dahinter liegenden Verschuldungspolitik als Problemwährung erscheint, muss man daneben auch sehen, dass Hypothekenzins und Umlaufrendite auf historisch niedrigem Niveau liegen, das ist sicherlich auch der größeren Bedeutung und Stabilität des Euro zu verdanken.

Resümee: Geschichte wiederholt sich. Auch im Geld und Kreditsektor war schon alles da und wiederholt sich immer wieder. Es werden neue Währungen eingeführt, die Hoch- und Tiefs kommen und gehen und es gibt immer wieder Zusammenschlüsse, um eine gemeinsame Währung zu installieren. Auch werden immer neue Zahlungssysteme am Markt erprobt und implementiert; statt mit Gold und Silber bezahlt man heute eben mit Plastik.


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2 Gedanken zu „Eine kurze Geschichte des Geldes

  1. Beim Stöbern in webwiki bin ich auf Eure Seite gestossen, die find ich prima. Soviele interessante Artikel und gut geschrieben. Auch die Mischung mit den historischen Informationen zum Thema Geld gefällt mir sehr gut.

    Ich hab Euch noch eine kleine Anregung, schreibt doch auch mal ein paar Informationen zur historischen Zinsentwicklung.

    Ansonsten: Weiter so!

    1. Hallo Frau Albrecht,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Wir freuen uns über jedes feedback, insbesondere über Anregungen zu interessanten Themen. Über das Thema, das Sie anschneiden, haben wir auch schon nachgedacht. Ich glaube, das werden wir in nächster Zeit mal anpacken.

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