Die Zinsen


Die Zinsen – ein kurzer historischer Exkurs

Codex Hammurapi (Quelle: Wikimedia Commons)Bereits im Codex Hammurapi tauchen Zinsen und zwar die Begrenzung derer bei Edelmetallen und Getreide auf. Das legt den Schluß nahe, dass Zinsen schon sehr lange bekannt sind, vermutlich seit es persönliches Eigentum gibt. In der Antike, bei Griechen wie auch Römern, waren Zinsen ebenfalls begrenzt. Es gab damals bereits Gesetze gegen Wucherzinsen.

Da es im Mittelalter kein echtes Bankenwesen gab ist es schwierig den Zinsverlauf zu nachzuvollziehen; verlangte Zinsen waren regelmäßig sehr hoch. Nach der Entwicklung des Bankwesens in der Lombardei wurden die Zinsen wieder reguliert und lagen zwischen 3 und 5 Prozent. In der Neuzeit wurden die Zinssätze von staatlichen Seiten auf einen gesetzlichen Zinssatz festgelegt.

Seit der Zeit nach den Weltkriegen werden die Zinssätze von der Inflation und der Konjunktur beeinflusst.

Man unterschied und unterscheidet zwischen dem Zins, der in Naturalien entrichtet wird und dem Geldzins.

Der Naturalzins hat seine Entstehung darin, dass Aussaatgetreide verliehen wurde und mit einem Aufschlag nach der Ernte zurückgegeben werden musste. Der Geldzins kommt ursprünglich aus der Herstellung von Münzen mit den damit verbundenen Kosten.

Heute gibt es noch den Geldmarktzins, bei Kreditierungen zwischen Instituten wird er auf dem Kapitalmarkt angewandt.

Als Mietzins wurde früher das heutige Synonym Miete bezeichnet, also die Überlassung von Wohnungen, Häusern, Dienstleistungen und Objekten. In der Landwirtschaft bezeichnet man diese Art des Mietzinses als Pacht.

Heutzutage wichtige Zinsen sind Zinsen der Geldmärkte, wie Euribor, EONIA und Libor, mit denen der Verbraucher selten bis gar nicht konfrontiert wird. Die breite Bevölkerung kommt eher mit den banküblichen Zinsen wie dem Sparzins, dem Kreditzins oder dem Hypothekenzins in Berührung.

Der Spareckzins stellt den Zinssatz für eine kurzzeitige Kapitalanlage mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist dar, also eigentlich die Zinsen für das klassische Sparbuch.

Die Hypothekenzinsen sind Zinsen für einen Baukredit. Momentan sind diese durch die Finanz- und Schuldenkrise auf einem historischen Tiefststand angelangt. Im Mittel kann man Baufinanzierungen momentan für knapp über 3 Prozent abschließen, bei einigen regional tätigen Banken sogar für 2,72 Prozent.

Die meisten Verbraucher kommen mit Zinssätzen allerdings zumeist bei den verschiedenen Kreditarten in Berührung. Hier gibt es Spannen in sehr unterschiedlicher Höhe. Wer mit guter Bonität einen Ratenkredit als Kredit mit Schufa beantragen kann, wird mit einem relativ niedrigen Zinssatz ab 4,9 Prozent rechnen können. Hat die Bonitätsprüfung einige Kratzer ergeben, gehen die Zinssätze für Ratenkredite bei einigen deutschen Geldhäusern bis zu 16,99 Prozent. Bis in diese Höhe gehen zum Teil auch die Zinsen für genehmigte Überziehungen des eigenen Girokontos, des sogenannten Dispositionskredites.

Mit 12,12 Prozent ist somit der aktuelle Zinssatz bei einem schufafreien Kredit, wie dem Schweizer beziehungsweise Liechtensteiner Kredit nicht unbedingt teurer, als ein Darlehen im Inland.


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